In Sarah Babions Tanzstudio „Tanzundsein“ geht es um die Lust an der Bewegung und die Entwicklung der eigenen Potenziale – ohne feste Choregraphie. Manche Teilnehmende entdecken hier nach Jahren ihre Freude am Tanzen wieder.

„Steh‘ gerade!“ – „Sei mal locker!“ – „Du hast ja gar kein Taktgefühl.“ Viele kennen solche Sätze aus ihrer Jugend: aus dem Tanzkurs, dem Sportunterricht, von den ersten Partys. „Oft bewerten wir, wie unser Tanzen aussieht, auch wenn es einfach nur Spaß machen soll“, sagt Sarah Babion.  Viele Menschen hätten das Gefühl, ein bestimmtes Bild erfüllen zu müssen. „Wenn wir lernen, uns stattdessen wieder unbeschwert zu Musik zu bewegen und aus uns selbst heraus zu tanzen“, so Babion, „können wir uns selbst ausdrücken und Verbindung herstellen – zu uns selbst und zu anderen.“

Sarah ist Biodanza-Anleiterin und Ausbilderin.  Sie gibt ihre Kurse, Workshops und Ausbildungsseminare in einem großzügigen hellen Raum in der Marlene 42, den sie vor einem halben Jahr bezogen hat. Doch was genau ist Biodanza? Frei übersetzt aus dem Spanischen bedeutet es „Tanz des Lebens“. Dahinter steht ein ganzheitliches Konzept, das der Chilene Rolando Toro seit den 60er Jahren entwickelt hat. Es basiert unter anderem auf der Idee, dass Bewegung und Gefühl untrennbar miteinander verbunden sind. „Dabei geht es nicht um vorgegebene Tanzschritte und Choregraphien“, sagt Sarah. Ziel sei es, die eigenen Potenziale wie Lebendigkeit, Kraft, Lebensfreude zur Entfaltung zu bringen. „Es geht zudem um Verbindung zu uns selbst und zu anderen, die wir alle suchen, die uns im Alltag aber oft schwer fällt.“

Ein gutes Gespür für Einzelne und Gruppen

Mit Tänzen, Übungen und Ritualen führt Sarah durch die Stunde. Jede davon ist anders, auch angepasst daran, ob eher Beginnende oder Erfahrene teilnehmen. „Ich hole die Menschen dort ab, wo sie stehen, und ermuntere sie auf verschiedene Arten, mit Leichtigkeit und Spaß auch Kontakt zu den anderen aufnehmen“, sagt sie. „Etwa dem Gegenüber in die Augen zu schauen oder gemeinsam zu tanzen – zu zweit, in der kleinen oder größeren Gruppe.“

Ursprünglich ist Sarah Dozentin und Ethnologin. Sie hat viele Jahre als selbstständige Trainerin in Großkonzernen wie Siemens und Daimler gearbeitet, unter anderem als Sprachdozentin und Kulturtrainerin. „Ich habe damals entdeckt, dass ich ein gutes Gespür für die Potenziale einzelner Menschen und für Gruppendynamik habe“, sagt die gebürtige Heilbronnerin. „Und dafür, dass sich Menschen am besten weiterentwickeln, wenn sie nicht nur funktionieren müssen, sondern sich in Verbindung mit anderen und mit Spaß entfalten können.“

Biodanza entdeckte sie 2009 zunächst als Teilnehmerin, nach ihrer fünfjährigen Ausbildung begann sie 2018 dann selbst zu unterrichten. Dass ihre Entscheidung richtig war, bestätigt sich für Sarah immer wieder. „Neulich sagte eine Kursteilnehmerin: „Jede Stunde ist wie ein kleines Fest“, erzählt sie. „Solche Feedbacks sind auch für mich eine Freude.“

Viel Licht, keine Säulen in der Marlene 42

Der Raum in der Marlene bietet ideale Bedingungen für Tanzundsein: 122 Quadratmeter, viel Licht, keine Säulen, ein angenehmer Boden. „Hier können sich meine Teilnehmer und ich wohlfühlen“, sagt Sarah. „Wir haben eine tolle Anlage und viel Platz.“

Die Vernetzung in der Marlene wachse stetig. Man tausche sich aus, unterstütze sich gegenseitig. „Ich freue mich, dass hier eine Community wächst, man sich kennenlernt und gegenseitig hilft“, sagt sie. „Das kommt auch dem Biodanza-Gedanken sehr entgegen – wir sind alle verbunden.“

Mehr über Sarah Babion
Instagram: @tanzundsein
www.tanzundsein.com
Standort: MARLENE 42