Neri entschied sich nach einer Karriere in großen Unternehmen bewusst für die Fotografie. Hier bringt er psychologisches Feingefühl, unternehmerische Erfahrung und technisches Know-How in Einklang. Im DEZERNAT#16 hat er nicht nur Raum für seine Bilder gefunden, sondern auch für Austausch, Zusammenarbeit und neue Ideen.

Wie alles anfing

Studiert hat Neri Kranz Film, Fernseh- und Theaterwissenschaften – und danach noch VWL. Auch mit Psychologie befasste er sich intensiv. „Eigentlich wollte ich immer Kameramann werden.“ Das Leben führte ihn dann aber zunächst in eine andere Richtung: Nach dem Studium startete er seine Karriere bei Unternehmen wie KabelBW, Unitymedia, Liberty Global und Vodafone, in denen er insgesamt 10 Jahre in unterschiedlichen Rollen tätig war. Angefangen als Praktikant im Einkauf bis hin zum Director of Wohlesale Telefonie mit einem internationalen Team. Seine Selbstständigkeit startete er erst 2021, mitten in der Pandemie und parallel zur Geburt seines Kindes. „Wenn, dann richtig,“, sagt er heute mit einem Lächeln. „Ohne die Unterstützung meiner wundervollen Frau wäre das nicht möglich gewesen.“

Warum Fotografie

Entschieden hat er sich schließlich für die Fotografie, denn hier muss er im Vergleich zum Film nicht nur weniger reisen – um der Familie nahe sein zu können – sondern er kann sich auch ganz auf die Kundinnen und Kunden konzentrieren. Was ihn an der Fotografie fasziniert, ist nicht nur das Handwerk, sondern vor allem der Mensch dahinter. „Bei der Portraitfotografie ist 80 Prozent meiner Arbeit Psychologie, 20 Prozent Technik. Bei der Produktfotografie ist es genau andersherum. So bin ich nie satt von einer Sache.“, erklärt er. Eine Zusatzausbildung absolvierte er bei renommierten Fotografen wie Karl Taylor für die Produktfotografie und Peter Hurley, der einen starken Fokus auf die Arbeit mit Menschen legt.

Manchmal ist ein Foto mehr als ein Foto

Bei manchen Shootings arbeitet Neri mit Stylistinnen oder Visagistinnen. Die Menschen, die zu ihm kommen, stehen oft an einem Wendepunkt – beim zweiten oder dritten Karriereschritt, beim Aufbau einer Selbständigkeit oder sie leiten ein Unternehmen. Daher kennen sie den Wert eines starken Fotos.

„Manchmal kommen sie strahlend ins Studio – und manchmal eben auch nicht. Wichtig ist, dass sie gestärkt und mit einem Lächeln das Studio verlassen.“, erzählt er. Wie bei einer jungen Frau, die auf einem Foto stark, selbstbewusst und gut gelaunt wirkt. „Als sie ankam, hat sie geweint. Sie hatte eine furchtbare Woche hinter sich.“ Eine Stunde lang bereiteten Neri und die Make-up-Artistin sie gemeinsam vor – nicht nur äußerlich, sondern auch emotional. Nach dem Shooting ging sie gelöst und mit neuer Energie nach Hause. „Ich bin da, um zu helfen. Das Bild ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.“

Ankunft im Dezernat

Neri ist glücklich, dass er nun im D#16 in Heidelberg einen Raum für seine Arbeit gefunden hat: „Ich habe mich sofort gefühlt, als hätte ich Kolleginnen und Kollegen – einfach, weil die Leute hier so herzlich und hilfsbereit sind. Angefangen bei den Kollegen der Heidelberger Dienste und der Stadt Heidelberg. Alle machen großartige Arbeit mit viel Herzblut und Leidenschaft.“ Für die kommenden Monate möchte Neri erst einmal richtig ankommen. Er sieht großes Potenzial in der Vernetzung der Kreativen im Haus: Ob gemeinsame Angebote, abgestimmte Abläufe oder ein fachlicher Austausch „Vielleicht entstehen daraus gemeinsame Projekte, Empfehlungen oder Ausstellungen.“, sagt er. „Wer weiß? Die Möglichkeiten sind da – und das ist das Schöne an diesem Ort.“

Den Kontakt zu Neri findet ihr im Branchenbuch.