Johanna wusste früh, dass sie Schmuck designen und herstellen wollte. Im DEZERNAT#16 hat sie das kreative Umfeld und den Raum gefunden, um sich persönlich und künstlerisch weiter zu entwickeln.
Wie alles anfing
„Ich werde Goldschmiedin“ – das stand für Johanna Schenk schon fest, als sie elf Jahre alt war. Ihre Mutter hatte ihr zum Geburtstag die Teilnahme an einem Goldschmiedekurs für Kinder geschenkt. Die Begeisterung für das Handwerk, die Materialien, die kreativen Möglichkeiten ließen sie seitdem nicht mehr los. „Den Ring, den ich damals geschmiedet habe, trage ich noch heute“, sagt die mittlerweile 22jährige. In immer neuen Kursen, die sie sich wünschte, probierte sie verschiedene Techniken aus und entwickelte ständig neue Ideen. Trotzdem schlug sie nach der Schule einen anderen Weg ein. Beide Eltern sind OptikermeisterInnen, ihr Vater führt in Wieblingen ein Fachgeschäft – da schien die Lehre zur Augenoptikerin als eine interessante Möglichkeit. Doch während eines Urlaubs auf einer Nordseeinsel entschied Johanna: Hier will ich leben, hier werde ich Goldschmiedin. Also brach sie die Lehre ab und zog gen Norden, später zur Fortsetzung der Ausbildung dann nach Mannheim.
Im Keller der Großmutter
Danach stellte sie ihre Schmuckstücke zunächst am alten Uhrmachertisch des Urgroßvaters her, der noch im Keller ihrer Großmutter stand. Mittlerweile präsentiert sie die Objekte auf ihrer Website sowie auf social media. Dort zeigt sie ihre Kunst auch in kurzen Videos. „Ich wünsche mir, dass die Goldschmiedekunst mehr Aufmerksamkeit erhält“, sagt Johanna. „Viele Menschen wissen verständlicherweise nicht, wieviel Arbeit dahinter steckt.“ Bislang arbeitet sie vor allem mit Silber, da Gold derzeit mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Daher stellte sie Schmuckstücke aus Gold nur im Kundenauftrag her. Was sie unter anderem an ihrem Job liebt: „Anders als bei Schmuck, den Menschen in der Fast Fashion Industrie kaufen und der dann irgendwann im Müll landet, bleibt meiner ein Leben lang“, sagt sie. Und er verliert nicht an Wert, da man aus Schmuck, die aus Edelmetallen bestehen, immer etwas Neues schaffen kann.
Jeder Euro fließt in neue Geräte
Johannas Ringe, Ketten, Ohrringe sind meist eine Mischung aus Modernem und Traditionellem. Mal fallen sie schlicht und wuchtig aus, mal filigran, sind aus reinem Silber oder mit Steinen versehen, die sie auf Edelstein-Messen aussucht. Seitdem sie sich als Goldschmiedin selbstständig gemacht hat, ist fast jeder Euro, den sie verdient hat, wieder in Material und Werkzeug geflossen. Etwa in ein Ultraschallbad, Hämmer, Feilen, Lötbrenner, zuletzt eine Poliertrommel.
Ankunft im DEZERNAT#16
Dass sie im Juli einen Raum im D#16 beziehen durfte, macht Johanna glücklich. Hell und einladend ist das Zimmer, frisch renoviert, zwei Sessel stehen darin, und an der Wand hängt unter anderen Bildern ihr gerahmtes Zertifikat zur Schmuckdesignerin. Sie freut sich, dass sie jetzt auch Kunden empfangen kann. „Im Gespräch lerne ich sie kennen und kann ihre Wünsche aufnehmen“, sagt sie. Denn im Vordergrund möchte sie nicht selbst stehen, sondern ihr Schmuck und die Menschen, die ihn tragen. Dass sie nach Lust und Laune mal ganz für sich sein und neue Ideen entwickeln kann, aber auch als Teil der D#16-Gemeinschaft Kontakt zu anderen findet, bietet ihr das perfekte Umfeld. „Ich habe das Gefühl, dass ich hier wachsen kann, menschlich und auch künstlerisch“, sagt sie. Ihr Plan ist es, hier auch Goldschmiedekurse anzubieten, zum Beispiel für Paare, die ihre Eheringe selbst schmieden möchten. „Etwas mit den eigenen Händen für sich selbst herzustellen, hat einen besonderen Wert“, sagt sie. „Und so ähnlich habe ich ja damals auch meine Leidenschaft entdeckt.“
Kontakt
Johanna Schenk
www.schenk-designs.de
Instagram: @schenk.designs
Standort: DEZERNAT#16