Zwei Softwareentwickler, ein Kartenhalter und eine Idee, die im Lockdown entstand: Die „Gentlemen‘s Company“ entwickelt funktionale Accessoires für den Alltag. Im D#16 in Heidelberg fanden die Gründer nicht nur Raum, sondern auch Austausch.
Wie alles anfing
Die Gentlemen‘s Company entstand während des Lockdowns. Die beiden Gründer, Samed Güner und Tobias Robl waren damals noch Softwareentwickler bei SAP, kannten sich aus dem dualen Informatikstudium. 2020 starteten sie mit ihrem ersten Produkt: Einem Cardholder mit Schiebemechanismus – ein funktionales Accessoire, das aus einem praktischen Bedürfnis heraus entstand. Was als Experiment begann, wurde schnell konkreter. Anfang 2021 gründeten sie die GmbH und begannen, sich intensiver mit Produktentwicklung und Markenaufbau zu beschäftigen.
Produktentwicklung
Für die Produktentwicklung haben die beiden eine pragmatische Herangehensweise: Zunächst einmal betrieben sie Marktforschung und bestellten sich einige Exemplare. Dabei stellten sie sich die Frage: Wie gestaltet man ein Kartenetui so, dass es trotz flacher Form gut zugänglich bleibt. Einige Entwicklungszeit und Prototypen später die Lösung: ein Klappmechanismus, für den sie später ein Patent anmeldeten.
Die Produktion erfolgt über externe Partner, die sie sorgfältig auswählen. Erste Kontakte entstanden über Plattformen wie Alibaba, wo sie auch erste schlechte Erfahrungen sammelten. Doch mit wachsender Erfahrung verlagerte sich der Fokus auf persönliche Beziehungen. „Gerade bei der Produktentwicklung ist Vertrauen entscheidend – man muss sich aufeinander verlassen können.“ Auch im D#16, wo sie heute ihren Sitz haben, tauschten sie sich mit anderen Gründerinnen und Gründern über Herstellungswege und Erfahrungen aus – etwa mit dem Team von Wattro und Rawhunter. „Am Anfang hilft es enorm, wenn man voneinander lernen kann.“, so Samed. Zuletzt waren sie in Indien, um dort mit einer Firma gemeinsam ein Produkt zu entwickeln.
Design als Problemlöser
Das Design der Produkte übernehmen die beiden selbst – mit einer Mischung aus technischem Verständnis und gestalterischem Gespür. Neue Ideen entstehen oft aus Alltagsproblemen, die sie pragmatisch lösen wollen. Die Entwicklung eines Produkts kann dabei mehrere Jahre dauern.
Richtung Zukunft
Heute sind ihre Produkte in mehreren Läden erhältlich, unter anderem in Heidelberg. Ob sich das weiter ausbauen lässt, ist noch offen – vieles wird ausprobiert, manches wieder verworfen. Klar ist: Die Gründer wollen funktionale Produkte entwickeln, die über reines Styling hinausgehen. Und auch wenn sich der Umgang mit Bargeld und digitalem Wallet verändert, sind sie sich sicher, auch künftig einen Markt zu haben: „Dann ändern sich eben die Produkte, aber unsere Idee und Ausrichtung bleibt gleich – durchdachte Lösungen für den Alltag zu schaffen.“
Kontakt
TOBIAS ROBL UND SAMED GÜNER
www.gentlemens.de
Standort: DEZERNAT#16